Nordost-Küste

Mittwoch, 16.01.2019

Kia Ora zu einem regnerischen Tag à la Wolkenbruchkommando

Der Morgen fing wieder mir viel Geprassel auf meinem Dach an. Na toll, schon wieder regen… Da ich bei dem Wetter überhaupt keine Lust hatte aufzustehen, bleib ich einfach noch eine gute Weile liegen. Den Luxus muss man sich auch mal gönnen. Auf Frühstück hab ich mal verzichtet, da der einzige Ort im Wagen, wo man nicht von außen dran kommt natürlich der Bereich ist, wo das Essen ist… Egal, essen kann ich auch später.

Es ging zum Visitorcenter, wo ich meinen Blog schrieb und mal wieder die Akkus lud. Doch leider wurde es nicht besser, es regnete und regnete. Ich wollte eigentlich heute einen kleinen Walk machen, aber bei dem Wetter: Sinnlos!

Ich machte mich also auf den Weg die nordöstliche Küste entlang und naja, bis auf die Tatsache, dass der Regen beim Fahren bisschen nervte war es nicht ganz so schlimm, denn bis auf den kleinen Walk, den ich machen wollte, war auf dem Weg kaum was zu sehen. Das ein oder andere Versammlungshaus der Maori, aber alle verlassen. Hier ist der Tourismus noch nicht über die Einwohner eingebrochen und so werden diese heiligen Hallen auch tatsächlich nur für Versammlungen genutzt.

Gegen drei brach dann der Himmel in sich zusammen. Der Regen war so schlimm, dass ich nichts mehr sehen konnte und ich beschloss, auf den nächsten Campingplatz zu fahren, bevor noch etwas passiert. Da ging ich dann meiner Lieblingsbeschäftigung nach. Ich machte die Augen zu  und machte ein Nickerchen, wachte auf, hörte weiterhin das Prasseln und schließ weiter. So ein Urlaub hat schließlich auch bei Regen was Gutes…Gegen halb 6 wurde das Prasseln dann langsam leiser und man konnte sich hinaus trauen. Hätte ich gewusst, dass ich auf einem Campingsplatz lange, hätte ich mir was anständiges zu essen geholt. So gibt es leider nur Reis mit Erbsen und Thunfisch. Wäre nicht so schlimm, wenn man beim Kochen nicht die ganze Zeit den Geruch von Bolognese in der Nase hätte…^^ Naja, so ist das Halt beim  Reisen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt und so hoffe auch ich wieder auf besseres Wetter, damit ich mir auch wieder was anschauen kann.

White Island

Dienstag, 15.01.2019

Kia Ora und Willkommen zum letzten Tag der faulen Eier

Doch erst ein kleiner, kurzer Rückblick auf den Montag, denn da war gar nichts los außer jede Menge Regen… Ich wachte auf mit einem lauten Prasseln auf meinem Dach, als würde jemand mit nem Hammer auf mein Dach schlagen. Ich ging in den Aufenthaltsraum des Campingplatzes, frühstückte lange, schrieb meinen Blog und hoffte, dass es wieder aufhören würde, aber tat es nicht. Um11 Uhr hieß es auf geht’s. Ich ging ein wenig durch die Stadt, aber das war nur Zeitverschwendung, daher machte ich mich auf den Weg nach Whakatane. Gegen Nachmittag kam ich an den Platz mit den kostenfreien Übernachtungsmöglichkeiten und hatte Glück. Neben den 4 großen Campern war ein Platz mit einem Van wie meinem besetzt. Ich fragte, ob er ein wenig Platzmachen könnte und stellte mich gegenüber in die ausgewiesene Parklücke. Sehr gut! Die nächsten zweiNächtewaren gesichert… Es regnete und regnete. Ich aß was und las ein wenig und wartete. Als der Regen gegen halb 3 ein wenig abflachte machte ich mich fertig und ging in die Stadt. Hier gab es nicht all zu viel zu sehen aber ich wollte auch nicht den ganzen Tag im Auto verbringen. Es sollte ins Museum gehen, dieses hatte aber leider schon um 2zu, na toll. Ich schlenderte ein wenig durch die kleine Stadt, sah mir eine Kunstgalerie an

Und ging an dem alten Maori-Berg vorbei, an dem früher heilige Zeremonien abgehalten wurden.

Danach hatte ich auch schon alles in der Stadt gesehen… Es ging zurück zum Auto und an meine Bücher und in der erneuten Hoffnung, dass es aufhören würde zu regnen.

Am Dienstag war dann wieder eine Tour angesagt. Zu meiner Erleichterung schien auch tatsächlich die Sonne. Welch ein Glück! Heute ging es nämlich nach White Island, dem einzigen aktiven Vulkan Neuseelands. Leider ging es zuerst einmal aufs Boot. Wie ich das liebe… Die 1,5h Fahrt war Konzentration angesagt. Ich konzentrierte mich auf den Horizont hinter mir und aufs Atmen und kam heile auf White Island an. Dass wir am Ende der Reise Rettungswesten, Gasmasken und Helme bekommen hatten hab ich nur am Rande mitbekommen… Dann ging es endlich mit nem kleinen Boot zur Insel und ich freute mich, wieder Land unter meinen Füßen spüren zu können.

Auf dem Vulkan gab es dann einen Rundgang mit einigen interessanten Geschichten über die Entstehung der Insel, über die Ausbrüche, über die regelmäßige Vermessung und die Bilder, die hier ständig gemacht werden zur Überwachung. Es ging an den Sulfat-Schornsteinen vorbei, bei denen man doch die Gasmasken aufziehen wollte, denn der Gestank war zwar nicht ganz so schlimm in der Nase, kratzte aber gewaltig im Hals.

Danach ging es zum Krater, zum Zentrum des Vulkans. Ein etwa 55grad warmer See mit dampfenden Wolken. Ein genialer Anblick und scheinbar so friedlich. Man hatte gar nicht das Gefühl man würde auf einem aktiven Vulkanlaufen. Alles war so ruhig und friedlich…

Auf dem Weg zurück gab es noch zwei Geschichten. Eine von einem Arbeiter, der sich entweder vom Krater gestürzt hatte oder hinuntergefallen war. Alles, was von ihm gefunden wurde waren seine Schuhe am Rande des Kraters. Da nicht übermittelt wurde, wie die Schuhe aufgefunden wurden gibt es die Theorie, dass er diese ausgezogen und hinuntergesprungen ist, die Schuhe als Hinweis für seine Kollegen, damit sie nicht nach ihm suchten. Die zweite Theorie ist, dass er hinuntergefallen ist und seine Schuhe hinauf geschmissen hat als Hilferuf. Ich halte die zweite Theorie für unwahrscheinlich, da ich glaub ich was anderes im Kopf habe, wenn ich in ätzendes, heißes Wasser falle als meine Schuhe auszuziehen und sie dann auch noch so perfekt zu schmeißen, dass sie am Kraterrand liegen bleiben… Das coole aber ist. Die Kante, wo der Arbeiter verschwand fing etwa 3 Wochen später an sich aufzuheizen. Er hatte an die 600-800grad und glühte so stark, dass die Menschen auf dem Festland dachten, der Vulkan wäre ausgebrochen und spuckt Lava. Schon witzig…

Ein zweites Unglück passierte einige Monate später, als ein Bereich des Kraterrandes zusammen brach und eine Lawine aus Gestein die Insel hinunter donnerte und das Arbeitercamp mit seinen 10 Arbeitern unter sich begrub. Ein sehr gut bezahlter aber gefährlicher Job…

Nächste Station: Wasserproben. Wir gingen an zwei kleinen Flüssen vorbei, dessen Wasser man fühlen und schmecken durfte. Das erste war ein wenig metallisch, nicht ganz so schlimm. Das zweite war salzig und schmeckte nach Essig. Richtig ekelig. Spannende Information dazu:  Das Wasser hier hat den gleichen PH-Wert wie Cola…

Die Reste der Fabrik, wo die Steine des Vulkans erhitzt wurden um das Sulfat daraus zum Schmelzen zu bringen und zu gewinnen, sind noch deutlich sichtbar. Zumindest Teile davon…

Auf dem Rückweg hieß es dann Augen zu und die Fahrt überstehen. Mitten auf dem Weg gesellten sich ein paar Delfine zu uns. Sie schwammen fröhlich unter unserem Boot her und kamen mal links, mal rechts hoch um Luft zu schnappen. Sehr cool!

Kaum auf dem Festland angekommen wurde es schon wieder dunkel und es fing kurz danach wieder an zu regnen. Aber heute war mir das egal. Ich war so kaputt von der Bootfahrt, dass ich sowieso nicht mehr viel machen konnte und wollte. Es hieß nur noch Essen und den Tag ausklingen lassen.

Okere Falls - Tamaki Village

Sonntag, 13.01.2019

Kia Ora und Willkommen zum Adrenalin-Kick Nr. 1 in Neuseeland mit gemütlichem Ausklang beim Hangi.

Der Morgen begann gemütlich mit leicht bewölktem Himmel. Recht frisch, aber angenehm. Es ging auf Richtung Okere Falls. Hier angekommen war ich schon ganz aufgeregt, denn es ging zum Rafting! Ich war früh dran, daher machte ich noch einen kleinen Spaziergang. Direkt neben der Rafting Station gab es einen etwa einstündigen Walk entlang des Flusses. Ich mache mich fertig und ging los zu einem schönen Spaziergang. Was ich nicht wusste, der Walk ging nicht nur entlang des Flusses, sondern entlang der Strecke, die ich später hinunter sausen würde. Dies wurde mir erst am ersten Lookout bewusst, als ich die Boote im Wasser schwimmen sah. Und dann kam auch schon ein Boot die beiden kleinen Wasserfälle hinunter. Oh man, schon wurde mir ein wenig schwindelig. Ich ging weiter und nach wenigen Metern dann der zweite Wasserfall. DER Wasserfall…Ein 7m hoher Wasserfall. Ich kam grade an als ein Boot unten angekommen ist und einen der Passagiere wieder ins Boot holte. Das dritte Boot hat gleich 3 von seinen Leuten aus dem Boot geschmissen. Super dachte ich mir, na da hast du dir ja was angetan. Mit Schwindelgefühl und Magengrummeln ging es den Weg bis zum Ende, wo auch die Endstation ist. Ich fragte die Leute, wie es war und alle waren begeistert. Ich müsse das unbedingt auch machen. Ja, dachte ich mir, das tu ich in etwa einer Stunde… Da ich noch Zeit hatte, versuchte ich mich bei einem Cappuccino zu beruhigen. Brachte mal so absolut gar nichts…

Um 11:30 ging es dann zur Station. Nach dem Einkleiden ging es an die Trockenübungen, wo uns Cobba, unser Guide, alle möglichen Horrorszenarien erklärte und ich mir nur dachte: Nein, erzähl mir das nicht, ich sterbe jetzt schon vor Angst. Aber selber Schuld. Anstatt mit was kleinem Grad 2 oder 3 anzufangen, fang ich natürlich direkt bei Grad 5 an… Hat sich halt so ergeben, ne… Neben mir saß Mira, die genauso aussah, wie ich mich fühlte…Blass und voller Panik. Noch ein paar Spaßbilder und auf gings…

Die Strecke fing gemütlich an. Vorwärts paddeln… stop…vorwärts paddeln…stop…rückwärtspaddeln…stop… usw bis wir zum ersten Wasserfall kamen. Noch schnell das Hinsetzen üben und los ging es. Volle Fahrt vorwärts paddeln, setzen und ab ging‘s die zwei kleinen Wasserfälle. Puh, das war schon echt aufregend! Alle fit, alle gut drauf und weiter geht’s.

Kurz danach legten wir eine kleine Schwimmpause ein. Ein wenig plantschen und dann wieder versuchen ins Boot zu kommen. Im Endeffekt –wie mir schien- nur eine Übung für den großen Wasserfall, ob wir es wieder ins Boot schaffen. Wieder ein wenig hin und her paddeln, mal bissl mehr, mal bissl weniger und dann kam der große Wasserfall. Nochmal eine kurze Einweisung: Volle Fahrt Paddeln, setzen, fest halten. Da Mira komplett mit Panik gefüllt war durfte sie sich schon hinsetzen, die anderen nahmen ihre Paddel in die Hand, los ging es. Auf Kommando wurde hingesetzt und ab ging es. Das Boot ging über die Schwelle, hing senkrecht im Wasserfall und tauchte in den Fluss wieder ein. Das Boot kippte mit einem kurzen Ruck ein wenig nach links, ich merkte wie mir die Leine in der rechten Hand entglitt und sah uns schon alle unterm Boot. Ich wurde ein wenig nach links geschleudert, konnte mich aber mit der linken Hand und den Beinen halten und blieb tatsächlich im Boot. Wow! Was für ein Ritt!

Total froh, dass wir noch alle im Boot waren bemerkte ich, dass sich Sarah vorne das Beim hielt. Sie hatte sich scheinbar den Knöchel verdreht. Aua! Während Coppa ihr Beim und den Fuß begutachtete kamen die anderen beiden Boote hinunter. Das zweite Boot lag schon in der Senkrechten etwas krumm und man ahnte schlimmes, was auch eingetroffen ist. Unten kam ein umgedrehtes Boot an, seine 6 Deutschen darunter verborgen. Das dritte Boot hat es irgendwie geschafft, ins Wasser einzutauchen und wieder ein wenig hoch zu  schießen, bevor es den Weg aus dem Wasserfall gefunden hatte. Einer von der Mannschaft ging dabei leider über Bord und befand sich plötzlich unterm Boot. Meine Güte, bin ich froh, dass wir die Abfahrt (bis auf Sarah) heil überstanden haben!

Irgendwann vor einem kleinen Wasserfall machten wir wieder einen Stopp und Coppa fragte, wer den Wasserfall hinunter schwimmen will. Ein wenig verwirrt fragte ich nochmal nach, ob er wirklich gesagt hat den Wasserfall hinunter?! Grinsend erklärte er, wie und was und drei von den Fünfen aus unserem Boot stiegen aus. Darunter ich. Keine Ahnung, was mich da getrieben hat. Ich versicherte mich, ob dabei schon jemand zu Schaden gekommen ist und Coppa meinte nein und ich hätte noch 3 Sekunden Zeit mich zu entscheiden, ob ich das machen will oder nicht und grinste. Ich war so mit mir am ringen, dass ich gar nicht hätte reagieren können. Auf der einen Seite hatte ich höllische Angst, auf der anderen Seite würde ich so eine Gelegenheit nicht so schnell wieder bekommen. Während ich noch überlegte war Coppa auch schon mit dem Boot unten und ich hatte keine andere Wahl. Auf einen Pfiff hin ging es los. Wir drei schwammen in die Mitte und wurden direkt vom Sog erfasst. Als die beiden Jungs im Wasserfall verschwanden wurde mir erst bewusst, wie verbrutzelt mein Gehirn in der zwei Wochen wurde, dass ich mir sowas antat. Aber ob ich wollte oder nicht, es war zu spät. Schon ging es den Wasserfall hinunter, ich holte tief Luft und ging ab in die Tiefe. Ich merkte, wie mir Wasser in die Nase schoss, ich ins Wasser eintauchte. In dem Moment, in dem ich grade hoch kam und Luft schnappen wollte fühlte ich, wie es mich noch einmal hinunter zog und ich ließ das Luft holen sein. Zu einer Kugel zusammengerollt – wie ich es gelernt hatte – ging es nach gefühlten Minuten wieder an die Oberfläche. Ich holte tief Luft und schrie mir die Seele aus dem Leib. Zum einen weil ich froh war, dass ich das gemacht hatte, denn für jemanden wie mich, die schnell totale Panik unter Wasser hat, ist das schon ne echte Überwindung und es war einfach nur der Hammer. Zum anderen war ich einfach nur froh, dass ich es überlebt hatte…^^

Es ging wieder ins Boot, immer noch grinsend wurde mit dem Guide und den beiden anderen Spinnern abgeklatscht und es ging weiter. Wieder ein wenig paddeln, ein wenig vorwärts, ein wenig rückwärts und schon waren wir nach etwa einer Stunde am letzten Wasserfall. Dieser war so klein und schön, dass man diesen im Stehen machen konnte. Bis auf Sarah wurde also zum Wasserfall gepaddelt, aufgestanden und ab ging es den kleinen Wasserfall.

Am Ende wurde noch ein wenig Spaß gemacht und in den Wasserfall hinein gepaddelt, wobei die vorderen immer eine schöne kleine bis große Dusche abbekamen.

Ein mörderischer Spaß diese Tour. An der Station wurden dann die Bilder schon mal angeschaut und ich unterhielt mich noch ein wenig mit den Guides. Einer schaute mich an und fragte mich, wie es war. Ich sagte ihm, dass es super war. Dass ich am Anfang echt Angst hatte aber dass es sich absolut gelohnt hat. Er grinste nur und meinte: „Ja, ich hab dich vorhin gesehen, hast total verängstigt ausgesehen. Hätte nicht gedacht, dass du wirklich ins Boot steigst.“ Tja, was soll ich sagen. Gehirn verbrutzelt, total lebensmüde… das übliche halt bei mir ;)

Am Nachmittag gab es erst einmal eine kleine Pause bevor es zum Abendprogramm ging. Das Tamaki Rotorua Moari Village. Bereits im Bus gab es ein paar kleine Informationen und lustige Hinweise zur Sprache und zur Geschichte. Dann ging es ins Dorf, wo wie gewohnt erst einmal die berühmte Begrüßungszeremonie gab. Nachdem unsere Chiefs die Prüfung erfolgreich hinter sich gebracht haben ging es in die Maori-Schule. An 5 unterschiedlichen Stationen erführ man mehr über die Kultur der Maori.

Station 1 war das Haka. Dieser „Tanz“ der Männer wurde früher vor den Schlachten aufgeführt um die Gegner einzuschüchtern, die Moral der Krieger zu stärken und um Hilfe und Beistand der Kriegsgötter zu bitten. Da dies nur den Männern zustand durften alle Männer aus unserem „Clan“ diesen einmal üben, während wir Frauen uns herzlich amüsiert haben.

Station 2 informierte uns über die Kunst der Schnitzereien und Tätowierungen. Es wurde erklärt, wie und wo Tätowierungen gemacht wurden, dass die rechte Seite des Gesichtes – die „starke“Seite – die Herkunft des Vaters darstellt und die linke Seite nahe am Herzen – drei mal dürft ihr raten warum :p – die der Mutter repräsentiert. Was aber wirklich neu und interessant war: Bei der Geburt eines Kindes wurden die Männer im Bereich zwischen Hüfte und Knie tätowiert, an einer Stelle, wo die Sonne selten hin scheint. Grund: es ist ein Zeichen der Ehre für die Mutter ihrer Kinder um zu zeigen, dass man den Scherz einer Geburt nicht nachempfinden kann, aber bereit wäre, diese Schmerzen zu teilen. Deswegen wird man an einer empfindlichen Stelle tätowiert nach dem Motto: Wenn du solche Schmerzen empfinden musst, tu ich das auch. Das ist doch mal was Männer ;)

Bei der dritten Station erfuhr man mehr über die Besiedlung Neuseelands. Was ich noch nicht wusste. 8 verschiedene Stämme aus Polynesien machten sich auf den Weg nach Neuseeland, wovon nur 7 ankamen. 6 auf der Nordinsel, eine auf der Südinsel. Aus diesen Stämmen bildeten sich in der Zeit viele kleine Clans, aber die 7 Grundstämme bleiben und behielten ihre unterschiedlichen Akzente und Lebensweisen.

Station 4 handelte von den Tänzen und der Musik. Hier durften die Frauen mal ein wenig probieren. Neben zwei anderen Mädels meldete ich mich freiwillig und wir lernten einen Tanz mit den Pompons der Maori. Diese werdenfür Tänzegenutzt und erzeugen unterschiedliche ploppende Geräusche. Ganz witzig!

 

Die letzte Station war die „Spiele“ Station. Auch hier durften wieder 4 Freiwillige mitmachen. Ein witziges „Stöckchen“-Spiel.

Nach der Arbeit folgte das Vergnügen. Es ging in das Versammlungshaus und wir genossen eine schöne Aufführung von Tänzen, einem Liebeslied und Gesängen. Leider hatte ich mit meinem Platz ziemlich Pech, denn vor mir saß der wohl einzige riesige Asiate auf der Welt, der dann auch noch sein Handy noch höher hielt. Ich musste immer irgendwie links oder rechts vorbei schauen. Schade. Aber es war trotzdem schön. Der Gesang ist schon echt der Wahnsinn!

Nach der Aufführung ging es zum Hangi. Bei diesem Festmahl wird Essen serviert, das in einem Erdloch über Stunden gegart wurde. Vorab wurde uns ein solcher Ofen gezeigt und das „frisch fertig gewordene Essen aus dem Ofen geholt“. Wer glaubte, dass das Essen, was gleich auf dem Tisch landet, wirklich aus einem solchen Erdofen kommt, musste allerdings schon ziemlich naiv sein. Denn bei geschätzt 100 Leuten pro Gruppe und 4-6 Touren pro Tag müssten sie schon knapp 2 Dutzend solcher Löcher haben, um alle Mäuler zu stopfen. Aber gut, die Idee und der Gedanke waren schon ganz cool und das Essen war trotz allem super lecker! Vor allem das Lamm war wieder super! Und  der Nachtisch war auch wieder lecker. Ein toller Abschluss eines genialen Tages!

Te Puia

Samstag, 12.01.2019

Kia Ora und willkommenzur Episode 2 des Schwefelwahns…

Heute ging es nach Te Puia, einem weiteren Thermalgebiet (ich glaube mehr als das gibt es hier in der Gegend nicht), diesmal jedoch in Verbindung mit der Kultur der Maori.

Der Tag begann mit einer knapp 2stündigen Führung, wo wieder einige interessante Infos zum Gebiet und zu den Maori vermittelt wurden. Es ging vorbei an dem Begrüßungs-Haka, weiter durch die Kunstschulen der Stein- und Holzschnitzerei der Maori, zum größten Geysir der südlichen Hemisphäre zum Kiwi-Nachhaus.

Die Begrüßungszeremonie des Haka war ein wenig kürzer als das letzte in Waitangi. Den Rest habe ich nicht gesehen, da ich morgen wieder das Vergnügen haben werde, eines mitzuerleben. Trotz allem war auch hier das traditionelle „Holz-Aufheben“ zu sehen. Alles jedoch, wie ich fand mit ein bissl weniger Freude und Begeisterung der Akteure.

In den Schulen für Schnitzerei ging es erst einmal schnell hindurch. Es wurde gesagt, man könnte gerne Fragen stellen und die Maori wären gerne bereit, diese zu Beantworten. Tja, sowas darf man mir nicht sagen, denn nach der Tour ging ich prompt zurück und unterhielt mich mit zweien. Dabei erfuhr ich eine Menge interessanter Sachen. Die Ausbildung der Schnitzer dauert 2 Jahre. Man muss sich hier entscheiden, ob man Holz oder die Steine oder Knochen schnitzen will. (Um einen Greenstone zu schnitzen dauert es etwa 3-4Wochen. Dieselbe Figur aus Holz oder Walknochen hingegen würde grade mal 3 Tage dauern). Nach der Ausbildung bleiben etwa 50% in Te Puia und arbeiten hier oder lernen die andere Schnitzkunst. Nur Maori dürfen hier lernen und bei den Holzschnitzern sind nur Männer erlaubt. Der Grund: normal dürfen Frauen keine Abbildungen machen, da diese oft mit Themen wie Jagd, Krieg, Kämpfen zu tun haben und hier Frauen einfach „keine Ahnung“ davon haben. Die einzige Ausnahme, die gemacht werden kann ist bei der Stein-/Knochen-Schnitzerei. Der Grund ist simple. Der Stein, der für die Schnitzereien früher  genutzt wurde entsprang einer weiblichen Gottheit. Daher wurde Frauen dieses erlaubt, um diese Göttin nicht zu verärgern. Trotz dieser Erlaubnis gibt es nur ab und an tatsächlich eine Frau, die dieses Handwerk erlernt.

Für die Frauen ist weben und die Arbeit mit Flachs vorgesehen, aus dem Körbe, Kleidung und alle möglichen Sachen gefertigt werden. Eine Frau hier zeigte mir ein wenig von ihrer Arbeit und erklärte mir, dass zwar tagsüber nur Maori hier lernen dürfen, da es nun mal eine von Maori geführte Einrichtung ist und die Regierung und die Touristen einfach erwarten, dass nur Maori hier lernen. Doch Abends gibt es wohl Unterrichtsstunden für jedermann. Da kann kommen wer will und wer das Weben und Bearbeiten mit und von Flachs lernen will.

Die Vulkanlandschaft war auch wieder ziemlich interessant. Hier sind gleich mehrere aktive Geysire zusehen. Ein kleiner, der alle paar Minuten ein wenig rum spuckte, ein zweiter, der unregelmäßig immer wieder kleine bis mittelgroße Fontänen bildete und mal wieder eine Lady, auf die man warten musste. Pohutu ist der größte Geysir und bricht etwa 1-2 mal pro Stunde aus. Ganz ohne künstliche Zusätze. Hierbei entsteht eine bis zu 30m hohe Fontäne. Nachdem man gefühlt Ewigkeiten darauf wartet, dass sich die Dame die Ehre gibt, heraus zu kommen, erwartet einem aber auch eine mega Show, die nicht weniger als 15 Minuten dauert. Nichts im Vergleich zu Lady Knox… Der Unterschied zwischen der Fontäne und dem aufsteigenden Rauch ist jedoch je nach Windrichtung nur schwer auszumachen. Trotzdem eine tolle Attraktion!

Die nächste Attraktion war das Kiwi-Haus, ein stock dusteres kleines Haus, in dem 2 Kiwis wohnen. Beim ersten Besuch sah ich eine kleine Bewegung am anderen Ende des Geheges. Aber da meine Augen sich noch nicht an die Dunkelheit gewöhnt hatten und der Kiwi auch schon wieder weg war, konnte ich nicht wirklich was erkennen. Aber ich hatte ja Zeit und war geduldig und ging ein zweites Mal hinein. Auch hier erblickte ich das Kiwi für eine kurze Weile, als es dann auch schon wieder verschwand bevor meine Augen sich dran gewöhnt hatten. Ein wenig frustrierend. Ganz zum Schluss ging ich noch ein drittes mal hinein. Da ich fertig zum gehen war, es aber noch halbwegs früh war, hatte ich keine Eile und blieb eine Weile drin. Nach etwa einer halben Stunde hatten sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt und ich konnte endlich mehr erkennen. Unter anderem auch eines der Kiwi, der in einer Ecke des Hauses langsam hin und her lief und nach Futter suchte. Begeistert schaute ich dem Tierchen zu. Es war zwar nicht ganz genau zu erkennen, weil es in einer sehr dunklen Ecke war, aber man konnte es erkennen. Und weil ich jetzt alles sehen konnte und andere nicht war ich für ein paar weitere Minuten der Guide und zeigte den Leuten, wo sie das Tier finden. Putzige kleine Tiere, leider darf man hier keine Bilder machen, aber hätte man wohl eh nichts sehen können…

Vor dem Versammlungshaus traf ich eine weitere Maori, mit der ich mich über die traditionellen Tattoos der Maori unterhielt. Sie erzählte mir, dass man selbst entscheiden darf ob und wohin man sein Tattoo stechen lässt. Nur das Gesicht ist vorgeschrieben. Das gesamte nur für Häuptlinge, der Bereich unterhalb der Augen nur für Krieger, die Frauen dürfen lediglich vom Kinn abwärts tätowiert werden. Sie zeigte mir auch eine Flöte, in die die Tätowierung eingeschnitzt wurde. Eine Seite für die Herkunft der Mutter, eine Seite für die des Vaters, eine Seite für die Geschwister und eine für die Kinder. Sehr cool!

Natürlich gab es auch wieder ein Kriegskanu und eine kleine Darstellung der alten Hütten der Maori. Alles in allem ein sehr interessanter, spannender, informativer Tag!

Tag der faulen Eier

Freitag, 11.01.2019

Kia Ora und Willkommen zum Tag der faulen Eier

Ausgeschlafen und gut gestärkt startete ich in den Morgen und nach Wai-O-Tapu, einem alten vulkanischen Gebiet. Zu Beginn war erst einmal warten angesagt auf die berühmteste Lady in der Umgebung: Lady Knox, der berühmte Geysir, der täglich kurz nach 10 zum Ausbruch gezwungen wird. Natürlich nicht nur, um Touristen anzulocken, sondern um sicher zu gehen, dass sie nicht irgendwann mit einem großen Knall ausbricht und sich selbst und die Gegend in Stücke reißt. Na, ob man das so glauben kann… Es hieß auf jeden Fall warten, weil ich natürlich viel zu früh dran war. Dann endlich kam eine junge Dame, erzählte ein wenig über den Geysir und die Geschichte, wie er entdeckt wurde (übrigens von Gefangenen, die einen Wald im Hintergrund pflanzten, den größten durch Menschen errichteten Wald Neuseelands oder der Welt, ich weiß es nicht mehr... Auf jeden Fall fanden die Gefangenen die heißen Quellen und wollten ihre Klamotten da waschen, nutzen natürlich Seife, was dazu führte, dass der Geysir ausbrach. Eine schöne Geschichte). Nach weiteren Informationen zum Park ging es dann also los. Lady Knox wurde mit Seife gefüttert, fing an zu blubbert und zu schäumen und stieß dann eine 15-20m hohe Fontaine aus. Doch damit war es noch nicht getan. Es ging weiter mit einer kleineren Fontaine, die mal kleiner mal größer vor sich hin explodierte und je nach Windrichtung auch mal den einen oder anderen Besucher nass machte. Auch ich bin in den Genuss gekommen, nicht sooooo angenehm sag ich mal… Angeblich dauert es 1-2 Stunden, bis Lady Knox wieder schläft. Solange habe ich aber nicht gewartet…

Es ging in den Park hinein, wo ein Rundweg durch das ganze Thermalgebiet führte. Immer wieder sah man alte Krater, die irgendwann durch einen Ausbruch entstanden sind und überall leuchtende Gelbe, rote, grüne Farben, die einfach beeindruckend waren.

Beeindruckend, aber auch ziemlich schlimm, denn überall blubberte und dampfte es Schwefelgeruch. An einigen Stellen so schlimm, dass ich jeweils eine ernste Diskussion mit meinem Frühstück hatte. Ich dachte der Geruch in Rotorua war schon schlimm, aber das…

Die zweite Hauptattraktion war der Champagne Pool, der wohl jeden Tag seine Form ändert. Von dem See war allerdings erst einmal nichts zu sehen, denn es kam einem nur eine dampfende, dichte Schwefelwolke entgegen. Von dem See und den schönen Farben war erst auf dem Rückweg etwas zu sehen, der auf der anderen Seite des Sees entlang lief.

Nachdem der Park durchlaufen war ging es noch zum Mud Pool, der direkt anschloss. Ein großer Teich voll mit heißem blubberndem Schlamm. So, nur nicht ganz so stinkend, stell ich mir ein Schlammbad vor…

Um die Hitze des Bodens in der Gegend mal richtig zu erleben ging es zum Kerosene Creek. Hier erreichte man nach einigen Gehminuten einen schönen, kleinen Wasserfall. Das doch mit einer recht starken Strömung passierende Wasser lud zu einem kleinen Bad ein. Ein ziemlich warmes Bad. Das Wasser war so heiß, da musste man schon ganz schön langsam rein steigen. Also meine Badewannentemperatur is da nix gegen… Als man dann erst einmaldrin war ging es für ein paar Minuten. Aber lange konnte man da nicht bleiben, denn irgendwann fiel einem das Atmen bei all der Hitze schwer. Eine schöne Erfrischung war da dann die knapp 30Grad „kalte“ Luft.

Weiter ging es zum nächsten Stinketempel, zum Waimangu Vulkanic Valley, das jüngste Thermalgebiet und das einzige Weltweit, dessen komplette Entstehung dokumentiert ist. Auch hier führte ein Wanderweg durch das Gebiet. Mit einem Infozettel bewaffnet konnte man sich über den ein oder anderen Krater und See informieren. Die Umgebung mit den Vulkanischen Überresten war interessant. Auch hier blubberte und dampfte es überall, allerdings nicht so schön wie in Wai-O-Tapu, dafür hielt sich aber auch der Gestank in Grenzen. Was hier allerdings echt super war waren die Berge, die einfach so rauchten, ohne sichtbaren Wasseraustritt oder sonstiges. Einfach nur Felsen, die vor sich hin rauchten. Genial!

Am Ende des Walkes, bevor es mit dem Bus wieder zurück ging gab es noch eine Aussichtsplatform am See. Und seltsamerweise gab es tatsächlich einige Wasservögel, die auf dem mit dem giftigen Wasser der Vulkanquellen gemischten See lebten. Unter anderem schwarze Schwäne, die auf dem Grund des Wassers nach Futter suchten. Köpfchen ins Wasser, Schwänzken in die Höh und mit den Patschepfötchen noch nachstrampeln. Das sah so witzig aus, ich hätt mich fast nass gemacht vor Lachen… Ein herrlicher Ausklang für den Tag…

Tikitapul Blue Lake

Donnerstag, 10.01.2019

Kia Ora und Hallo zu einem kurzen, ereignislosen Tag.

Noch immer etwas motivationslos und geknickt startete ich in den neuen Tag. Es ging zuerst ins Visitorcenter, wo ironischer weise genau nebenan ein Hobbiton MovieSet Shop war. Genau mein Humor…^^

Ich wusste nicht wirklich was mit dem Tag anzufangen. Es war bewölkt, es war kühl und Besserung war nicht zu erwarten. Ich saß also im Visitorcenter über Mappen und Broschüren und entschied mich dann letztendlich, bei dem Wetter wäre Wandern am ehesten angesagt. Es ging daher zum Tikitapul Blue Lake, wo es einen schönen Wanderweg um den See herum  geben sollte. Dort angekommen war es so kalt, dass ich sogar die lange Hose angezogen habe und dann ging es los.

Ein langer aber angenehmer Spaziergang immer entlang des Sees. Ganz nett, wenn nicht die ganze Zeit das nervige Geräusch der Motorboote gewesen wäre… Ein Abstecher am anderen Ende des Sees ging zum Green Lake. Dieser Weg war ein wenig anstrengender aber machbar. Dort angekommen konnte ich irgendwie keinen Unterschied erkennen zwischen dem blauen und dem grünen See. Wahrscheinlich fehlte dafür die Sonne.

Zurück am Parkplatz war es dann auch schon Nachmittag und mittlerweile soweit aufgewärmt, dass man bequem dort sitzen konnte. Ich aß etwas und schaute zwei Hunden beim Rennen zu und beschloss, den Rest des Tages hierzu bleiben und nix zu tun.

McLean Falls

Mittwoch, 09.01.2019

Kia Ora und willkommen zu meinem Trauertag.

Der Morgen fing eigentlich ganz gut an. Noch immer begeistert vom gestrigen Abend packte ich den Lappi aus um beim Frühstück meinen Blog zu schreiben. Anschließend wurde (extra für dich Marc) auf die uralte Art und Weise kommuniziert. Naja,gut, ganz so alt nicht, denn Pergament, eine Schreibfeder (obwohl es die tatsächlich in Hobbiton gab), Tinte, Wachs und Siegel waren schwer zu finden, daher muss die gute alte Postkarte und Kulli-Methode her. Nachdem ich auch damit fertig war wollte ich die Bilder auf dem Lappi sichern und ein paar für den Blog auswählen als mich der Schlag traf! Ich öffnete grade den Ordner mit den Bildern, da schloss er den direkt wieder. Als ich ihn wieder öffnete war nichts mehr auf der Karte drauf! Alles weg! Die komplette SD-Karte war leer! Alle Bilder vor allem von Hobbiton sind weg! Futsch, Adee, Byebye… Ich starrte auf den leeren Ordner und mir schossen Tränen in die Augen! All die schönen Bilder und Erinnerungen an Hobbiton einfach weg… Selbst nach einer Fehlerüberprüfung und –behebung war nichts auf der Karte zu finden! So ziemlich das schlimmste ist passiert, das hätte passieren können… An so vielen Tagen hätte es passieren können, aber doch nicht Hobbiton! Der Tag war gelaufen!

Ich checkte aus, obwohl ich eigentlich noch eine Runde schwimmen gehen wollte, aber ich hatte überhaupt keine Lust. Es ging weiter Richtung McLean Falls Park. Aber auf dem kleinen Walk da war ich so unmotiviert und konnte nur an die schönen Bilder denken, die jetzt futsch sind, dass ich selbst die Höhle mit den Glühwürmchen verpasst habe. Da heut eh nicht mehr viel mit mir anzufangen ist beschloss ich einfach weiter nach Rotorua zu fahren, meinen Schlafplatz zu suchen und den Tag einfach nur hinter mich zu bringen in der Hoffnung, dass es mir morgen wenigstens ein bissl besser geht. Hier ging es dann erst mal ins Internet. Ich fand eine Software, die „verschwundene Dateien“ wiederfinden konnte und tatsächlich fand diese eine Unmenge an Bildern wieder. Nur leider keine ab dem 3.1. Hobbiton ist also nicht mehr wieder zu finden!

Karangaheke Gorge und Hobbiton

Dienstag, 08.01.2019

Kia Ora und hallo zu einem super schönen Tag

Wie des Öfteren startete der Tag schon vor dem Wecker, aber wenn die Sonne einem entgegen lacht kann man nicht anders als aufstehen. Erst recht nicht, wenn eines deiner Organe meint, dass sie dringend was zu sagen hätte… Naja, frisch machen, frühstücken und auf geht’s.

Um 9Uhr erreichte ich den Karangaheke Gorge Historic Walkway und mit mir zwei Busse voller hauptsächlich Deutscher wie mir schien. Nachdem ich mitbekommen habe, dass die Gruppe nach der zweiten Brücke rechts geschickt wurde entschied ich mich dafür, die erste rechts zu gehen und mit dem größeren Walk zu  beginnen. Ein schöner Weg entlang des Flusses. Gemütliche Steigung, angenehm im Halbschatten. Nach einigen Minuten verlief der Weg durch einen 1.1km langen alten Bahntunnel. Die Beleuchtung war recht sparsam. Alle paar Meter ein rötlich-orangenes Licht, dass den Tunnel so grade eben erhellte, um den Wegüberhaupt zu sehen. Der Weg in den Tunnel war etwas gruselig. Man hörte nur das plätscherndes Wassers, was von und an der Wand hinuntertropfte und lief, das seltsame Geräusch eines Murmels der Leute am anderen Ende des Tunnels und deine eigenen Schritte, die hinter einem wiederhallten und das Gefühl vermittelten, dass einer direkt hinter dir her schleicht. Automatisch drehte man sich immer wieder um, um zu sehen, ob da nicht doch einer ist. Immer wieder gab es kleine Nischen an der Seite, die natürlich immer in den nicht beleuchteten Abschnitten waren und bei denen man als Horrorfilm-Fan jeder Zeit davon aus ging, dass hier gleich etwas hinausspringen und dich fressen wird… Das war tatsächlich so gruselig, dass ich mich die letzten Meter hinaus echt zusammen reißen musste um nicht ins Freie zu rennen! Im Endeffekt ganz witzig, aber noch einmal würde ich da nicht durch gehen!

Der restliche Weg verlief dann wieder entlang des Flusses, bis er auf den zweiten Walk traf. Mittlerweile wieder halbwegs verlassen ging es nun wieder ins Dunkle. Diesmal in die alte Mine. Bewaffnet mit einer Taschenlampe, für die ich aber natürlich nur 2 der benötigten 3 Batterien mit hatte (Top vorbereitet das Kind…) und Gott sei Dank meiner Stirnlampe (wenigstens ein wenig mitgedacht…) ging es in die dunklen Tunnel. Ein paar Meter ging es hinein, im Licht der Lampe und durch tiefe Pfützen und man erwartete was aufregendes, was besonderes und stand dann tatsächlich am Ende… vor einer Wand… sonst nichts… nur eine Wand, weil der Tunnel da einfach mal so aufhörte… hm… naja, gut. Dass ich in der Zeit auch mal wieder von einer aggressiven Stechfliege verfolgt wurde machte die Sache nicht unbedingt besser…

Der weitere Weg ging wieder durch einen kurzen Tunnel, dieser führte dann allerdings wieder auf der anderen Seite der Berges hinaus, wo man für  den Rückweg den alten Pferdetrampelpfad entlang ging.

Ein angenehmer, bequemer Spaziergang, der den Vormittag gut füllte.

Der weitere Weg führte zu den Wairere Falls. Der Walk hier führte in 45 Minuten zum Fuß des Wasserfalls und in weiteren 45 Minuten up the hill nach oben. Da es Zeit fürs Mittagessen war hielt ich nach wenigen Minuten an einer schönen Badestelle an. Das Wasser war viel zu kalt zum hineinspringen und ich wollte auch nicht mit nassen Klamotten den Walk machen, daher wurde gegessen und dann ging es los. Die ersten 45 Minuten zogen sich ganz schön. Ein etwas steiler, aber machbarer Weg, immer schön durch den geschützten Wald mit gelegentlichen Sonnenstrahlen, die durch die Bäume hindurch brachen.

Am unteren Aussichtspunkt dachte ich kurz drüber nach, ob ich die weiteren wirklich machen wollte, aber wie immer packte mich der Ehrgeiz und es ging weiter über Hunderte von Stufen und etwas größerer Steigung ab nach oben. Doch mal wieder etwas fertig kam ich dann oben an, ging bis zum Ende zum Aussichtspunkt und erhielt erst einmal eine schöne, kalte Dusche… Der Wind war hier oben ziemlich stark und kam vom Fuße des Wasserfalls, sodass das Wasser nicht nur hinab stützte, sondern auch hochgeweht wurde. Eine sehr kalte Erfrischung… Nachdem ich mich wieder in der Sonne ein wenig aufgewärmt hatte ging es wieder hinunter. Genug Sport für heute!

Um 16Uhr checkte ich beim Opal Hot Water Campground ein. Da es heute nach Hobbiton ging, musste ich vorher eine Unterkunft finden um nicht am Ende ohne Schlafplatz da zu stehen. Bei der Ankunft erklärte mir die nette Dame, dass die Pools für Camper kostenlos waren. Hätte ich das gewusst, hätte ich auf den Walk verzichtet ;). Da ich noch eine Weile Zeit hatte ging es also erst einmal in den 39grad warmen Thermalpool. Hach, das war vielleicht eine Wohltat für die Muskeln! Anschließend noch eine kleine Schwimmeinheit (naja gut, war auch eher dümpeln als schwimmen), dann fertig machen und ab nach Hobbiton.

Nach dem Einchecken noch kurz warten und schon ging es los. Bereits im Bus auf dem Weg zum MovieSet wurden kurze Filme über Hobbiton eingespielt natürlich mit der entsprechenden Musik. Gänsehaut pur! Ich  war so aufgeregt und gespannt… Während einer Tour durch Hobbiton wurden viele interessante Geschichten über das Set und die Filmtage erzählt. Richtig cool! Immer wieder hatte man genug Zeit, Bilder zu machen, sodass man tatsächlich welche machen konnte, ohne, dass irgendwelche fremden Leute mit drauf waren. Sehr gut gemacht , wie ich fand. Hatte schon die Befürchtung, ich hätte auf jedem Bild mindestens die Hälfte der 40Leute auf dem Bild…

Am Ende der Tour ging es in den Green Dragon, wo uns das Abendessen erwartete. EinWahnsinn,was da alles aufgetischt wurde! Hähnchen, Lammkeulen, Gulasch, Würstchen, Kartoffeln, Gemüse und ich weiß nicht was noch alles. Von allem wurde ein wenig probiert, sodass wir alle so dermaßen satt waren, dass wir uns nicht mehr bewegen konnten.

Es ging eine kleine Runde an die Luft, wo es schon ein wenig dunkel wurde. Ein paar Bilder und dann wurde man wieder hinein gerufen: Nachtisch. Oh meine Güte, das auch noch. Hier gab es frischen Apfel-Kürbis-Auflauf und noch einige süße Sachen mehr. Ich probierte ein wenig vom Auflauf, der wirklich sehr lecker war, aber danach war Schluss für mich. Nicht nur, dass ich ja eh kein großer Fan von Süßem bin, ich war einfach viel zu satt!

Nach dem guten Essen ging es überraschender Weise noch weiter. Statt direkt zum Bus zurück, wie ichgedacht hatte, ging es nochmal eine kleinere Tour durch Hobbiton durch, wo man die schön beleuchteten Hobbit-Häuser sehen konnte. Nach einer weiteren Geschichte über die Dreharbeiten auf dem Party-Platz ging es dann heim. Ein absolut empfehlenswerter Ausflug: Definitiv sehenswert!

Bilder hätte ich euch sehr gerne gezeigt, gibt’s aber nicht mehr…

Cathedral Cove

Montag, 07.01.2019

Kia Ora

Der Tag begann gemütlich. In Ruhe wach werden und dann gemütlich Frühstücken. Danach ging es Richtung Cathedral Cove. Am Parkplatz angekommen wurde schnell der Rucksack gepackt und auf ging es. Es ist 9 Uhr morgens und der Tag kann beginnen. Vom Parkplatz aus war es ein 75 Minuten Weg. Sollte machbar sein, dachte ich mir. Die ersten 30 Minuten ging es der Straße entlang zum eigentlichen Startpunkt des Walks, an dem man allerdings im Sommer nicht parken darf. Bereits nach wenigen Minuten merkte ich die Strapazen von gestern in den Beinen. Meine Oberschenkel meldeten sich und meine Waden warten mich auch schon, dass sie gleich die Arbeit verweigern würden. Aber kann man nix machen, da muss man durch. Es ging überwiegend Berg auf, was die Sache nicht angenehmer machte. Am Parkplatz angekommen kam grade ein Bus an und die Menge stürmte an mir vorbei. Da ich eh nicht in Eile war, ließ ich alle passieren und machte mich langsam auf den Weg. Zu meiner Erleichterung ging es hier fast nur berg ab.

Auf dem Weg zum Cove gab es zwei Abzweigungen, die jeweils ein paar Minuten Weg bedeuteten. Diese waren dummerweise wieder mit jeweils knapp 100 Stufen und einer ganz schönen Steigung versehen. Doch zumindest der zweite Weg lohnte sich und erwies sich als super schöner Aussichtspunkt auf die Klippen.

Der letze Teil des Weges zur Cove ging entlang eines WWI-gewidmeten Waldes wieder über Dutzende Stufen hinab zum Strand. Dieser war natürlich schon gut besucht und alle möglichen Nationen liefen herum um Fotos zu machen. In einer etwas ruhigeren Minute begab auch ich mich in die berühmte Höhle und war für die erneuten Strapazen entschuldigt. Eine gigantische Felshöhle mit einem super schönen Ausblick auf die dahinter liegende Bucht. Einfach der Wahnsinn. Eine ältere Dame verhalf mir dann auch zu einem schönen Foto.

Danach hieß es erst einmal ausruhen. Nachdem mir meine Beine eh schon weh taten und ich keine Lust hatte, die 35 Minuten konstant bergauf und dann wieder 30 Minuten die Straße entlang zu laufen, beschloss ich einen einfacheren Weg zu gehen und das Wassertaxi zu nehmen. Da dieses nur 5-10Minuten brauchte um zum Beach zurück zu fahren hatte ich eine Weile Zeit zum entspannen. Da ich allerdings nicht in der Mittagssonne liegen wollte und es durch die kalte Brise vom Meer aus ziemlich kalt im Schatten war blieb ich nur knapp eine Stunde, nutzte noch schnell die Toilette mit dem wohl schönsten Ausblick aus dem Panorama Fenster

und nahm dann das Taxi zurück. Definitiv eine sehr gute Idee, denn mittlerweile war es Mittag und wieder unglaublich warm. Erst jetzt wurde mir klar, wie vielGlück ich gestern mit dem Wetter hatte…

Weiter ging es gegen den Uhrzeigersinn um die Coromandelinsel herum zurück nach Thames. Auf dem Weg gab es noch zwei Abstecher. Zum einen ein kleiner Walk zu einem weiteren großen, wenn auch nicht ganz so großen, nicht ganz so alten Kauri wie die Tage zuvor

und zu zwei siamesischen Kauris. Zwei Kauri Bäume, die nebeneinander und schließlich ineinander gewachsen sind. Schon recht cool. Wobei mir der Aufpasser erzählte, dass es für die Maori nur ein Baum wäre, nur ein Gott, der die immer währenden Gegensätze darstellt.

Zum anderen ging es zum Waiau Wasserfall, der wie immer eine beliebte Badestelle für Touristen und Einheimische darstellte. Ein kleiner, schnuckeliger Wasserfall mit einer offensichtlich sehr kalten Wasserstelle. Ich machte eine kleine Pause und schaute den Leuten zu, die frierend und zitternd aus dem Wasser kamen. Und schon war mir die Lust am schwimmen vergangen.

Danach ging es wieder nach Thames für die Nacht. Da es noch schön warm war und die Sonne noch ein wenig schien machte ich es mir auf der Wiese am Parkplatz gemütlich und versuchte ein wenig den Rest meines Körpers nach zu bräunen. Jetzt ist die starke Sonne vorbei, so langsam versteckt sie sich hinter den wenigen Bäumen und mein Magen sagt mir, es ist Zeit zum essen. Es heißt: Abend ausklingen lassen und morgen ab ins nächste Abenteuer und Hobbiton, denn morgen ist es endlich Zeit ins Auenland zu wandern. Ich  freu mich!

Und zum Schluss noch ein kleines Rätsel:

Ein Neuseeländer mit seiner Frau und zwei Kindern fährt mit seinem Trecker mit einem großen Sitz vorne und einem fest montierten Doppelsitz hinten zum Meer. Hinten auf dem Anhänger ein kleines offenes Boot, 2m über dem Boden aufgebahrt und nur mit einem Seil gefestigt. Jetzt die große Frage aller Fragen: Wie bekommt der Neuseeländer seine Familie am sichersten befördert? Richtig, auf dem Boot natürlich! Der Neuseeländer hat es auch nicht ganz verstanden, aber der Polizist war eindeutig, ohne Anschnallgurte darf keiner auf dem Trecker mitgenommen werden. Da ist das Boot hinten natürlich viiiiieeeeel sicherer! So, wieder was dazu gelernt!

Coromandel Forest

Sonntag, 06.01.2019

Kia Ora und einen schönen Tag zusammen

Gestern Abend hatte ich noch ein tolles Erlebnis. Auf dem Weg zu den Toiletten erblickte ich einen riesigen Meteor, der zur Erde stürzte, ein greller, bunt leuchtender Feuerball der eine ganze Weile wie eine Sternschnuppe hinunter flog, dann in einem großen Blitz auseinandersprang, wobei die Einzelteile wie eine Feuerwerksrakete hinunter fielen und der Hauptball weiterhin hell leuchtend Richtung Erde flog. Ein richtig langes Erlebnis und so hell, wie ich noch keinen Meteor gesehen habe. Super schön!

In aller Frühe – naja gut, soooo früh auch nicht, denn jeder der mich kennt weiß, dass ich morgens nicht aus dem Bett komme – aber immerhin früh hieß es raus saus dem Bett und auf zum Coromandel Forest. Nur ein paar Minuten später als geplant ging es los zum Pinnacle Walk. Es ist 8Uhr morgens, es ist recht bewölkt und daher recht frisch, aber angenehm zum laufen. Der Weg begann schon am Eingang mit einemsteilen Aufstieg entlang eines Baches, der immer mal wieder auf dem Weg überquert werden musste. Entweder über eine schmale Schaukelbrücke oder direkt am Flussbett entlang.

Nach bereits 15 Minuten fühlte es sich schon an, als wäre man schon eine Stunde unterwegs…

Nach 30 Minuten schaute ich auf die Uhr und war mir sicher, dass sie stehengeblieben sei. So langsam KANN die Zeit nicht vergehen, wenn man schon so fertig ist…

Nach etwa einer Stunde hätte ich jedes mal anfangen können zu weinen, wenn der halbwegs bequeme Teil wieder vorbei war und mal wieder ein anstrengender Aufstieg vor mir lag und ich hätte schreien können, wenn es bergab ging, denn ich wusste, dass ich diese Höhe wieder zusätzlich nach oben überwinden musste…

Alle paar Minuten machte ich halt um etwas zu trinken und meine Beine etwas zu entspannen. Ein schrecklicher Kraftaufwand. Hier war definitiv das Ziel der Weg und nicht der Weg das Ziel, denn wirklich viel zu sehen gab es nicht. Nur ab und an zeigte sich ein schöner Bachlauf oder eine schöne Aussicht. Nach knapp 2 Stunden (der Aufstieg bis zur Hütte war angesetzt mit 3h, bis ganz oben nochmal eine Stunde mehr) holte mich eine dreiköpfige Familie aus Auckland ein. Man grüßte sich, machte gegenseitig ein paar Bilder und ich ließ die drei vor, denn sie waren definitiv fitter als ich und ein klein wenig schneller unterwegs. Ich war mit meinen Nerven und Kräften schon am Ende, wollte aber auch nicht aufgeben. Also ging es langsam immer weiter hinauf. Über Stock und Stein, über Brocken und Felsen.

Nach weiteren 10 Minuten kam ich dann erstaunt aber froh an der Hütte an. Knapp über 2h statt 3h, kein Wunder, dass ich so fertig war. Auf der Hütte traf ich dann die drei wieder, die wie ich auch eine kleine Pause einlegten. Zeit zum frühstücken!

Frisch gestärkt ging es dann nach 15 Minuten wieder weiter. Die Auckländer wieder kurz hinter mir. Ich begann den Weg und sah nach wenigen Minuten, wohin es gehen sollte. Dutzende, wenn nicht hunderte Stufen (es waren im Endeffekt 487 Stufen plus das Klettern; nicht, dass ich auf dem Weg runter gezählt hätte…) die steil hinauf auf die Spitze des Berges führten. Ich starrte auf die Stufen ohne zu merken, dass die Drei mich wieder eingeholt hatten. Sie fragten, ob alles in Ordnung war und ich sagte, ich wäre nicht mehr sicher, ob ich da wirklich ganz oben hin wolle. Die Drei grinsten nur und pushten mich, ich hätte es bis hier hin geschafft und dass der Rest auch noch machbar ist. Nachdem mich der Vater nach dem Namen gefragt hat gab es noch ein aufmunterndes „Come on. You can do it“ und sie gingen weiter. Langsam trottete ich weiter und fragte mich wieder, ob ich ganz bei Verstand sei mir sowas anzutun. Aber ich bin eine Kämpferin und gebe nicht so schnell auf und immer wieder hörte ich einen von oben schreien „Komm Monika, du hast es fast geschafft“. Nach drei Stunden war es dann tatsächlich geschafft! Ich bin oben angekommen und es bot sich mir ein superschönes Ausblick, den man ein klein wenig genießen konnte. Auch die drei Auckländer riefen fröhlich „Yeay, you made it Monika!“. Schon echt cool die Drei. Ich glaube ohne die hätte ich es nicht mehr hoch geschafft, ich wäre sicher umgedreht…  Auf den letzten Metern hat sogar der Himmel Mitleid bekommen und die Wolken verschwanden und die Sonne kam hinaus.  

Da man schon so viel zusammen geschafft hat und sich gut verstand, gingen wir vier zusammen den Weg zurück und unterhielten uns über alles Mögliche. Über meine Reise, über das Tauchen, über Surfen und und und. Man hatte ja knapp 2,5h Zeit und auf dem Weg hinunter auch genug Luft und Energie, sich zu unterhalten… Unter anderem kam die Frage, ob ich das Tongariro Crossing machen würde. Ich sagte, ich hätte es eigentlich schon vor gehabt, aber nach dem Walk heute wäre ich mir nicht sicher, ob das eine gute Idee wäre. Aber sie nahmen mir die Angst und meinten, der Walk dort wäre zwar länger, aber nicht so anstrengend. Es würde zwar auch recht hoch gehen aber doch angenehmer zu laufen sein. Na, das macht doch Mut :)

Am Parkplatz machten wir dann erneut eine kleine Pause, danach verabschiedete man sich, wünschte sich eine gute Reise und weiter ging es. Eine sehr coole Familie, mit denen der Walk richtig Spaß gemacht hat. Spaß der 2. Kategorie, wie ich mich mit dem Sohn Rhon einigen konnte. Nicht Kategorie 1, wie Spaß daran, etwas zumachen, sondern die Kategorie die erst Spaß macht, wenn es vorbei ist.

Da es noch unerwartet früh war überlegte ich noch einen kleinen Walk zu machen. Allerdings war ich so erledigt, dass ich keine Lust mehr auf Wandern hatte. Ich entschied statt dessen weiter zu fahren und schonmal zum Hot Water Beach zu fahren. Denn hier buddeln sich Dutzende von Menschen am Strand ihre Löcher, um die heißen Quellen zu erreichen. Und da tatsächlich grade Ebbe war wollte ich mir das mal anschauen. Am Strand angekommen hatte ich schon wieder keine Lust mehr. Strand gut und schön, aber da waren sooooo viele Leute! Abernun gut, jetzt war ich schonmal da, jetzt musste ich mir das auch anschauen. Man musste über den kompletten Strand laufen um zu den buddlern zu kommen und sah tatsächlich eine ganze menge Menschen, die in Löchern lagen oder sich grade welche buddelten.

 

Da ich neugierig war stieg ich eins der gebuddelten Löcher, wo sich ein paar Holländer unterhielten und es war wirklich verdammt warm. Meine geschundenen Füße fingen sofort an zu brennen. Hätte nicht gedacht, dass so nah am Meer, welches echt frisch war, echt solches heißes Wasser aufsteigt. Schon der Hammer. Ich legte mich trotzdem in den Schatten ein paar Meter entfernt und ruhte mich ein wenig aus, bevor es zu Campingplatz ging.

Ein anstrengender Tag, aber trotz allem ein toller Tag mit tollen Menschen und einen großen Erfolg. Etwa 180 Etagen hoch ist man bei dem Walk gestiegen. Und das in 3h. Das ist doch ein gutes Ergebnis!

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